Was man über den Einkaufsverkehr wissen muss

Zahlen und Fakten



Welche Rolle spielt das Rad beim Einkaufsverkehr? Betrachtet man die Verteilung des gesamten Personenverkehrs auf die verschiedenen Verkehrsmittel (modal split), so hat der Radverkehr bundesweit einen Anteil von etwa zwölf Prozent. Dieser Anteil schwankt allerdings stark je nach Region, Alters- und Berufsgruppen sowie Fahrtzwecken. Und nach den unterschiedlichen Erhebungen.










 

Zunächst ein Blick auf die unterschiedlichen täglich zurückgelegten Wege. Im Schnitt verlassen die Bundesbürger ihr Haus am häufigsten, um Freizeitaktivitäten nachzugehen sowie Einkäufe und sonstige private Dinge zu erledigen. Mit größeren Abständen folgen die Fahrtzwecke Arbeit und Ausbildung. Die Rubrik geschäftliche Fahrten bezeichnet die Wege, die während der Arbeitszeit anfallen, ausgenommen ist dabei der Güterverkehr (Beispiel: Die Fahrt eines Handwerkers zum Kunden zählt dazu, nicht aber die Warenlieferung an ein Kaufhaus).


 
Fahrtzwecke in der Bundesrepublik in Prozent (2002) Quelle: infas

Mit welchen Verkehrsmitteln werden die einzelnen Wege zurückgelegt? In allen Rubriken führt der Autoverkehr (Fahrer und Mitfahrer), ausgenommen die Ausbildungswege – schließlich handelt es sich hier überwiegend um von Minderjährigen zurückgelegte Strecken. Erwartungsgemäß liegt der höchste Radverkehrsanteil in diesem Bereich. Einkäufe erledigen die Bundesbürger nur in neun von hundert Fällen mit dem Rad.


 
Fahrtzweck und Verkehrsmittelwahl in Prozent (2002)
Quelle: infas

Die Wahl des Einkaufsvehikels steht im Zusammenhang mit der Größe des jeweiligen Ortes. Tendenziell gilt: Je größer die Stadt, desto mehr Menschen nutzen statt des eigenen Autos den öffentlichen Verkehr. Das Fahrrad erreicht dagegen seine Spitzenwerte am Einkaufsverkehr in mittelgroßen Städten, darunter Orte mit guten (Münster, Karlsruhe) und mit weniger guten (Minden, Lübeck) Angeboten des öffentlichen Verkehrs. Dabei legen die Einwohner der Millionenstädte ähnlich weite bzw. kurze Einkaufswege zurück wie die Einwohner der mittelgroßen Städte: Die Hälfte aller Einkäufe des täglichen Bedarfs tätigen sie in einem Umkreis von zwei Kilometern. Die Bedeutung des wohnortnahen Einkaufs zeigt sich in der Verteilung der Einkaufszwecke: Drei Viertel der Einkäufe dienen dazu, Waren des täglichen Bedarfs zu kaufen (Einkaufsbummel neun Prozent, Sonstiges 16 Prozent).


 
Verkehrsmittelwahl in ausgewählten Städten in Prozent (2005)
Quelle: BAG

Sind Radfahrer gute Kunden? Geht es nach dem durchschnittlichen Einkaufsbetrag, so stehen die Radfahrer mit 33 Euro nur an dritter Stelle (Autofahrer 78 Euro, ÖPNV-Nutzer 37 Euro, Fußgänger 31 Euro). Allerdings scheint die Annahme plausibel, dass sie – ebenso wie Fußgänger – häufiger einkaufen. Das gilt vor allem für wohnortnah gelegene Geschäfte.


 
Höhe der Einkäufe nach Verkehrsmittel in Prozent (2005)
Quelle: BAG