BUND zählte Fahrradparkplätze

Bitte mehr davon!



Wer in der Göttinger Innenstadt mit dem Rad einkaufen geht, findet oft keinen geeigneten Parkplatz. Das hat eine BUND-Studie ergeben, die den Bestand von Fahrradabstellanlagen aufgenommen und deren Auslastung untersucht hat.










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BUND Göttingen
im Göttinger Umwelt- und Naturschutzzentrum (GUNZ)
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Die Studie

Stadtplan GöttingenDie Erhebungen fanden an sechs verschiedenen Wochentagen im November und Dezember 2007 statt, die Rechercheure waren zu unterschiedlichen Tageszeiten und ein Mal nachts unterwegs. Sie untersuchten dabei ein Gebiet, das als der „einkaufsrelevante Bereich“ der Göttinger Innenstadt identifiziert wurde: die Fußgängerzone sowie die angrenzenden Geschäftsstraßen (siehe Karte, für die Erlaubnis zur Benutzung ihres Online-Stadtplans danken wir der Stadt Göttingen).


Die Ergebnisse

Die Gesamtzahl der Fahrradständer im Untersuchungsgebiet liegt bei 1211. Es finden sich vier Typen von Fahrradständern: neben Fahrradbügeln mit einfacher Stange (30 Prozent), Bügeln des Typs „Orion Beta“ (Bügel mit Vorderradhalter, 25 Prozent) und als Bügel verwendbaren Metalleinfassungen der Straßenbäume (20 Prozent) gibt es auch die als „Felgenkiller“ bekannten Vorderradhalter (25 Prozent). Zu diesen Ständern kommen einige zeitweilige Abstellanlagen, die abends nach Geschäftsschluss nicht mehr zur Verfügung stehen.


Auslastung der verschiedenen Fahrradständertypen in der Göttinger InnenstadtReichen die Fahrradständer aus? Das war die zentrale Frage der Untersuchung. Um sie zu beantworten, kommt es auf die Gesamtzahl der abgestellten Räder an. Diese lag bei den Erhebungen regelmäßig über der Zahl der angebotenen Abstellplätze, lediglich in den Nachtstunden kehrte sich das Verhältnis um. Die meisten Räder wurden erwartungsgemäß an einem Samstagmittag gezählt – den 1211 Parkmöglichkeiten standen 2025 Räder gegenüber, davon 1167 „wild“ abgestellte. Allerdings waren die Fahrradständer auch zu Spitzenzeiten nur zu durchschnittlich 70 Prozent ausgelastet. Dies bedeutet zweierlei. Zum einem ist es den Radfahrern offensichtlich nicht egal, welchem Typ von Ständer sie ihr Vehikel anvertrauen: tagsüber sind die Bügelständer mit durchschnittlich 72 Prozent deutlich besser ausgelastet als die Felgenkiller (31 Prozent). Zum anderen stehen die Abstellanlagen nicht immer dort, wo man sie braucht.



Hier besteht besonderer Handlungsbedarf in Sachen FahrradständerWo wären weitere Fahrradständer sinnvoll? Die Zählungen haben einige Ballungspunkte von wild geparkten Rädern identifiziert, an denen besonderer Bedarf zu bestehen scheint. Die roten Punkte in der rechts abgebildeten Karte kennzeichnen die Stellen, an denen bei allen Tageszählungen mehr als zehn (und meist weit mehr) wild geparkte Räder erfasst wurden. Die Brennpunkte liegen unter anderem an der Ecke Kornmarkt/Groner Straße, vor WMF in der Theaterstraße, vor der Deutschen Bank in der Zindelstraße und vor Karstadt Sport in der Roten Straße. Die Ballungspunkte verteilen sich über den gesamten einkaufsrelevanten Bereich der Göttinger Innenstadt. Die orangenfarbigen Punkte kennzeichnen diejenigen Stellen, an denen zeitweise (also nicht bei allen Zählungen) mehr als zehn wild geparkte Räder erfasst wurden (für die Erlaubnis zur Benutzung ihres Online-Stadtplans danken wir der Stadt Göttingen).

Was daraus folgt

Baumschutzring als praktischer FahrradständerWohlgemerkt: Die Zählungen fanden in der Fahrradnebensaison statt. In den wärmeren Monaten dürften sich noch wesentlich mehr Räder in den einkaufsrelevanten Bereichen der Göttinger City drängeln. Was ist zu tun? Wir brauchen mehr und bessere Radabstellanlagen. Die alten Felgenkiller sollten durch neue Bügelständer ersetzt werden – unbrauchbare und daher kaum ausgelastete Fahrradständer helfen niemandem. Die Einzelhändler könnten mit neuen Bügeln nicht nur Radfahrer als neue Kunden gewinnen, sondern auch die Fahrradständer als Fläche für Eigenwerbung nutzen oder diese an Dritte vermieten und dadurch die Investition refinanzieren. Um die öffentlich zugänglichen Abstellanlagen zu entlasten, sollten die Besitzer der Wohnhäuser Fahrradständer für die Räder ihrer Mieter in den Innenhöfen aufstellen.


Download der BUND-Studie als PDF (17 Seiten, 5 MB)

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