Umfrage in zwei Einkaufsstraßen

Es gibt noch viel zu tun



Wo gehen die Menschen einkaufen? Welche Verkehrsmittel nutzen sie dazu? Welche Probleme sehen sie beim Einkaufen mit dem Rad und wie könnte man diese lösen? Diese Fragen stellte der BUND Passantinnen und Passanten der Pappelstraße (Neustadt) und der Hemmstraße (Findorff). 










Kontakt



Siecke Martin

BUND Bremen
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Bei der Kundschaft beliebt, beim Handel ignoriert


Die Umfrage, die der BUND Bremen im Juni 2007 an den beiden Einkaufsstraßen durchführte, ist mit 120 befragten Personen zwar nicht repräsentativ, gibt aber einige interessante Hinweise über den Einkaufsverkehr in den Stadtteilen Neustadt und Findorff.

An beiden Umfrageorten gaben nahezu alle Befragten an, in der Nähe zu wohnen bzw. in einem Umkreis von weniger als fünf Kilometern einkaufen zu gehen. Es handelt sich also um Einkaufswege, die gut und in der Regel schneller als mit dem Auto per Rad zurückgelegt werden können. Dementsprechend gering ist die Rolle des Autoverkehrs beim Einkaufen: zwölf Prozent in der Pappelstraße und nur sieben Prozent in der Hemmstraße. Während auf der Neustädter Einkaufsmeile mit 42 Prozent die meisten Kunden zu Fuß unterwegs sind (Radanteil: 31 Prozent), ist in Findorff das Rad mit einem Anteil von 57 Prozent das wichtigste Verkehrsmittel beim Einkaufen. Obwohl der Radanteil damit weit über dem Bremer Gesamtschnitt von 22 Prozent liegt, herrschen weder in der einen noch in der anderen Einkaufsstraße paradiesische Zustände für radelnde Kunden. Etwa die Hälfte der Befragten halten die Geschwindigkeit des motorisierten Individualverkehrs auf den beiden Straßen für ein Problem - unabhängig davon, ob sie selber radfahren oder nicht. In der Pappelstraße wünschen sich drei Viertel der Befragten einen Radfahrstreifen auf der Fahrbahn. Nicht zuletzt versprechen sie sich davon mehr Sicherheit vor den gelegentlich als bedrohlich raumgreifend empfundenen Linienbussen.


Fazit

Zusammen mit den Fußgängern stellen die Radfahrer in beiden Einkaufsstraßen bis zu 90 Prozent der Kundschaft. Diesem Befund sollte in mehrerlei Hinsicht Rechnung getragen werden. Erstens sollte die Verwaltung die Fahrtgeschwindigkeiten auf den Straßen reduzieren, indem sie in der Hemmstraße Tempo 30 anordnet und in der Pappelstraße das bereits geltende Limit effektiv kontrolliert. Zweitens sollte (im eigenen Interesse) der Einzelhandel die Bedeutung der radelnden Kundschaft wahrnehmen. Das bedeutet in erster Linie, akzeptable Fahrradständer (Anlehnbügel statt Felgenkiller) aufzustellen. Denn an solchen mangelt es sowohl in der Pappelstraße als auch in der Hemmstraße.



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