Auf
140.000 m² Einkaufsfläche buhlt der Einzelhandel auf der Schloßstraße
um die Gunst der Kunden. Mit etwa sechs Prozent stehen hier die
berlinweit wenigsten Ladenfläche leer, und ein
Ende des Wachstums ist noch nicht in Sicht. Neben den
drei derzeitigen soll bis 2011 an der Stelle der heutigen Karstadt- und
Wertheimhäuser ein viertes Shoppingcenter
entstehen.
Von den fast 800 Geschäften in der Schloßstraße sind fast drei Viertel
Filialen großer Ketten.
Die Verkehrssituation auf der Steglitzer Einkaufsmeile ist für alle Beteiligten nicht sonderlich befriedigend: Auf den vier (teilweise sechs) Fahrspuren stecken PKW und Busse im Stau, auf den schmalen Bürgersteigen drängeln sich die Fußgänger, und Radfahrer haben sowohl im fließenden Verkehr auf der Straße als auch beim Radabstellen im Fußgängerbereich Schwierigkeiten. Dabei gibt es schon seit den Siebzigerjahren Überlegungen, die Schloßstraße umzubauen. Damals hatte der Westberliner Senat die parallel verlaufende Autobahn A 103 (Westtangente) durchgesetzt - nicht zuletzt mit dem Argument, damit die Schloßstraße zu entlasten. Von den Plänen für eine Fußgängerzone zeugen heute nur noch einige von der Schloßstraße abgehängte Seitenstraßen.
2004
hatte der Bezirk Steglitz-Zehlendorf schon beschlossen, pro Richtung
nur noch eine Fahrspur sowie eine gemeinsame Bus- und Fahrradspur
einzurichten. Laut BVG gibt der Straßenquerschnitt von zwölf Metern
dafür aber nicht genügend Platz her. Daher einigte man sich auf
folgende Lösung: PKW- und
Busverkehr teilen sich eine überbreite Spur (3,5 m), die Radfahrer
bekommen
einen eigenen Streifen auf der Fahrbahn (1,6 m). Der eingesparte Platz
kommt
einem breiteren Fußweg zugute, auf dem zusätzlich mehrere hundert
Fahrradbügel
aufgestellt werden sollen. Die
nebenstehende Grafik zeigt, wo besonderer Handlungsbedarf besteht.
In dieser
Variante bleibt außerdem auch noch Platz für Außengastronomie, die
bisher in der Schloßstraße kaum zu finden ist.
Gegen den Willen der CDU hat im Februar 2008 der Stadtentwicklungsausschuss des Bezirksparlaments die Einrichtung der „XL-Spur“ beschlossen. Wenn alles planmäßig verläuft, werden sich ab 2011 Autos und BVG-Busse eine übergroße Spur teilen. Damit gibt es Platz, um eine durchgehende Radspur auf der Fahrbahn zu markieren und die Bürgersteige zu verbreitern. Die Einzelheiten des Straßenumbaus stehen noch nicht fest, klar ist aber, dass er ein Grundelement enthalten muss: die Umleitung des Durchgangsverkehrs auf die Autobahn A 103. Schließlich ist auf deren sechs Spuren meistens wenig los, während sich auf der Schloßstraße (noch) der Verkehr staut.
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