Berliner Einkaufsstraßen sollen fahrradfreundlich werden

Beispiel Schloßstraße



Auf knapp eineinhalb Kilometern zwischen Steglitzer Kreisel und Walther-Schreiber-Platz präsentiert sich die Schloßstraße als zweitgrößte Berliner Einkaufsstraße - nach dem Straßenzug Ku'damm/Tauentzienstraße. Der große Andrang hat Schattenseiten: Auf den Fußgängerwegen ist es sehr eng, Radfahrer haben keine eigenen Bereiche und die Busse der BVG stauen sich auf der Straße. 2008 hat die Bezirksversammlung Steglitz-Zehlendorf beschlossen, die Schloßstraße umzubauen.











Kontakt



Das Projekt „Einkaufen mit dem
Rad“ wurde Ende 2008 abgeschlossen. Trotzdem freuen wir uns über Fragen, Anregungen und Kritik. Bitte schreiben Sie an

Martin Schlegel (Verkehrsreferent)

BUND Berlin
Crellestraße 35 • 10827 Berlin

E-Mail: schlegel[at]bund-berlin.de

Gedrängel vor einem Einkaufszentrum an der SchloßstraßeAuf 140.000 m² Einkaufsfläche buhlt der Einzelhandel auf der Schloßstraße um die Gunst der Kunden. Mit etwa sechs Prozent stehen hier die berlinweit wenigsten Ladenfläche leer, und ein Ende des Wachstums ist noch nicht in Sicht. Neben den drei derzeitigen soll bis 2011 an der Stelle der heutigen Karstadt- und Wertheimhäuser ein viertes Shoppingcenter entstehen. Von den fast 800 Geschäften in der Schloßstraße sind fast drei Viertel Filialen großer Ketten.

Die Verkehrssituation auf der Steglitzer Einkaufsmeile ist für alle Beteiligten nicht sonderlich befriedigend: Auf den vier (teilweise sechs) Fahrspuren stecken PKW und Busse im Stau, auf den schmalen Bürgersteigen drängeln sich die Fußgänger, und Radfahrer haben sowohl im fließenden Verkehr auf der Straße als auch beim Radabstellen im Fußgängerbereich Schwierigkeiten. Dabei gibt es schon seit den Siebzigerjahren Überlegungen, die Schloßstraße umzubauen. Damals hatte der Westberliner Senat die parallel verlaufende Autobahn A 103 (Westtangente) durchgesetzt - nicht zuletzt mit dem Argument, damit die Schloßstraße zu entlasten. Von den Plänen für eine Fußgängerzone zeugen heute nur noch einige von der Schloßstraße abgehängte Seitenstraßen.



Radspuren auf der Schloßstraße

Übersicht der Fahrradstellplätze auf der Schloßstraße2004 hatte der Bezirk Steglitz-Zehlendorf schon beschlossen, pro Richtung nur noch eine Fahrspur sowie eine gemeinsame Bus- und Fahrradspur einzurichten. Laut BVG gibt der Straßenquerschnitt von zwölf Metern dafür aber nicht genügend Platz her. Daher einigte man sich auf folgende Lösung: PKW- und Busverkehr teilen sich eine überbreite Spur (3,5 m), die Radfahrer bekommen einen eigenen Streifen auf der Fahrbahn (1,6 m). Der eingesparte Platz kommt einem breiteren Fußweg zugute, auf dem zusätzlich mehrere hundert Fahrradbügel aufgestellt werden sollen. Die nebenstehende Grafik zeigt, wo besonderer Handlungsbedarf besteht. In dieser Variante bleibt außerdem auch noch Platz für Außengastronomie, die bisher in der Schloßstraße kaum zu finden ist.



Flanieren statt durchfahren

Gegen den Willen der CDU hat im Februar 2008 der Stadtentwicklungsausschuss des Bezirksparlaments die Einrichtung der „XL-Spur“ beschlossen. Wenn alles planmäßig verläuft, werden sich ab 2011 Autos und BVG-Busse eine übergroße Spur teilen. Damit gibt es Platz, um eine durchgehende Radspur auf der Fahrbahn zu markieren und die Bürgersteige zu verbreitern. Die Einzelheiten des Straßenumbaus stehen noch nicht fest, klar ist aber, dass er ein Grundelement enthalten muss: die Umleitung des Durchgangsverkehrs auf die Autobahn A 103. Schließlich ist auf deren sechs Spuren meistens wenig los, während sich auf der Schloßstraße (noch) der Verkehr staut.



Download Übersicht Fahrradstellplätze an der Schloßstraße (PDF, 108 KB)

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