Auf
rund vier Kilometern windet sich die Karl-Marx-Straße durch ein dicht
bebautes Mietskasernenquartier. Im Vergleich zu den anderen
Hauptverkehrsstraßen in Berlin ist sie relativ schmal, der Platz auf
den Bürgersteigen und auf den Fahrbahnen ist knapp und umkämpft.
Radfahren macht hier nicht allen Spaß (siehe Selbstversuch eines taz-Reporters).
Aufgrund
des dichten Autoverkehrs und der außerordentlich schlechten
Möglichkeiten, das Rad abzustellen und anzuschließen, meiden
potenzielle
Kunden die Straße. Für
den Neuköllner Einzelhandel ist dies eine verpasste Chance, beherbergt
die Karl-Marx-Straße doch einige Geschäfte, die es in der angrenzenden
Fahrradhochburg Kreuzberg nicht gibt.
Um den Abwärtstrend zu stoppen, prüft das Bezirksamt Neukölln, ob die Karl-Marx-Straße Sanierungsgebiet werden soll. Verschiedene Maßnahmen sollen die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum verbessern. Der BUND schlägt vor, die Straße fahrradfreundlich zu gestalten, um damit neue Kundenkreise zu erschließen.
Um
die Karl-Marx-Straße sicher zu erreichen und wieder zu
verlassen,
brauchen wir zunächst eine Radspur auf der Fahrbahn, und zwar auf der
gesamten Länge der Straße.
Der
Gehweg auf der Karl-Marx-Straße ist ziemlich schmal. Zusätzliche
Fahrradstellplätze haben hier kaum Platz. Deswegen sollten sie vor
allem auf den PKW-Stellplätzen am Straßenrand
entstehen. Besonders
sinnvoll ist das in den Kreuzungsbereichen, wo derzeit noch
geparkte Fahrzeuge die Sichtbeziehungen der verschiedenen
Verkehrsteilnehmer stören. Fahrradbügel in diesem Bereich schaffen also
mehr Sicherheit. Daneben eröffnen durch Bügel „gesicherte“
Lücken
zwischen den parkenden Autos überhaupt erst die Möglichkeit, von der
Straße aus den Bürgersteig und die Geschäfte zu erreichen.
Auf dem belebtesten Straßenabschnitt, zwischen den U-Bahnhöfen Rathaus Neukölln und Karl-Marx-Straße, wäre eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h sinnvoll. Dies würde auch Lärm und Feinstaubausstoß reduzieren. Die Karl-Marx-Straße gehört zu den am stärksten mit Feinstaubpartikeln belasteten Straßen Berlins.
Stellenweise sind die Fußwege der Karl-Marx-Straße viel zu schmal. Diese Situation führt zwangsläufig zu Nutzungskonflikten. Deshalb müssen wir die Bürgersteige an einigen Stellen verbreitern - auf Kosten der Fahrbahn. Die vierspurige Verkehrsführung hilft ohnehin nicht, den Verkehr sicherer und das Einkaufen auf der Karl-Marx-Straße angenehmer zu machen.

Download Übersicht der Radabstellanlagen an der Karl-Marx-Straße (PDF, 727 KB)
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