Berliner Einkaufsstraßen sollen fahrradfreundlich werden

Beispiel Karl-Marx-Straße



Die Karl-Marx-Straße ist die traditionelle Einkaufsstraße Neuköllns. Während am Hermannplatz und am Rathaus Neukölln die üblichen großen und kleinen Fillialisten das Straßenbild prägen, verdrängen in den anderen Abschnitten zunehmend Billigläden die alteingesessenen kleinen Fachgeschäfte.  Lärm und Abgase des starken Durchgangsverkehrs vermindern obendrein die Aufenthaltsqualität. Es ist Zeit, diese traditionsreiche Einkaufsmeile mit mehr Radverkehr neu zu beleben.











Kontakt



Das Projekt „Einkaufen mit dem
Rad“ wurde Ende 2008 abgeschlossen. Trotzdem freuen
wir uns über Fragen, Anregungen
und Kritik. Bitte schreiben Sie an

Martin Schlegel (Verkehrsreferent)

BUND Berlin
Crellestraße 35 • 10827 Berlin

E-Mail: schlegel[at]bund-berlin.de

Radfahrerin mit Anhänger auf der Karl-Marx-StraßeAuf rund vier Kilometern windet sich die Karl-Marx-Straße durch ein dicht bebautes Mietskasernenquartier. Im Vergleich zu den anderen Hauptverkehrsstraßen in Berlin ist sie relativ schmal, der Platz auf den Bürgersteigen und auf den Fahrbahnen ist knapp und umkämpft. Radfahren macht hier nicht allen Spaß (siehe Selbstversuch eines taz-Reporters). Aufgrund des dichten Autoverkehrs und der außerordentlich schlechten Möglichkeiten, das Rad abzustellen und  anzuschließen, meiden potenzielle Kunden die Straße. Für den Neuköllner Einzelhandel ist dies eine verpasste Chance, beherbergt die Karl-Marx-Straße doch einige Geschäfte, die es in der angrenzenden Fahrradhochburg Kreuzberg nicht gibt.

Um den Abwärtstrend zu stoppen, prüft das Bezirksamt Neukölln, ob die Karl-Marx-Straße Sanierungsgebiet werden soll. Verschiedene Maßnahmen sollen die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum verbessern. Der BUND schlägt vor, die Straße fahrradfreundlich zu gestalten, um damit neue Kundenkreise zu erschließen.



Fahrradspur

Um die Karl-Marx-Straße sicher zu erreichen und wieder zu verlassen, brauchen wir zunächst eine Radspur auf der Fahrbahn, und zwar auf der gesamten Länge der Straße.



Mehr Fahrradabstellplätze

Radfahrer auf der Karl-Marx-StraßeDer Gehweg auf der Karl-Marx-Straße ist ziemlich schmal. Zusätzliche Fahrradstellplätze haben hier kaum Platz. Deswegen sollten sie vor allem auf den PKW-Stellplätzen am Straßenrand entstehen. Besonders sinnvoll ist das in den Kreuzungsbereichen, wo derzeit noch geparkte Fahrzeuge die Sichtbeziehungen der verschiedenen Verkehrsteilnehmer stören. Fahrradbügel in diesem Bereich schaffen also mehr Sicherheit. Daneben eröffnen durch Bügel „gesicherte“ Lücken zwischen den parkenden Autos überhaupt erst die Möglichkeit, von der Straße aus den Bürgersteig und die Geschäfte zu erreichen.



Tempo 30

Auf dem belebtesten Straßenabschnitt, zwischen den U-Bahnhöfen Rathaus Neukölln und Karl-Marx-Straße, wäre eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h sinnvoll. Dies würde auch Lärm und Feinstaubausstoß reduzieren. Die Karl-Marx-Straße gehört zu den am stärksten mit Feinstaubpartikeln belasteten Straßen Berlins.



Breitere Bürgersteige

Stellenweise sind die Fußwege der Karl-Marx-Straße viel zu schmal. Diese Situation führt zwangsläufig zu Nutzungskonflikten. Deshalb müssen wir die Bürgersteige an einigen Stellen verbreitern - auf Kosten der Fahrbahn. Die vierspurige Verkehrsführung hilft ohnehin nicht, den Verkehr sicherer und das Einkaufen auf der Karl-Marx-Straße angenehmer zu machen.


Lage und Anzahl der Fahrradparkplätze in der Karl-Marx-Straße (Stand Oktober 2007)


Download Übersicht der  Radabstellanlagen an der Karl-Marx-Straße (PDF, 727 KB)

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