Berliner Einkaufsstraßen sollen fahrradfreundlich werden

Beispiel Frankfurter Allee



Auf den rund dreieinhalb Kilometern zwischen Frankfurter Tor und Bahnhof Lichtenberg stellt die Frankfurter Allee die wichtigste Einkaufsstraße Friedrichshains und Lichtenbergs dar. Vor allem das Ring-Center am S- und U-Bahnhof Frankfurter Allee erweist sich als Publikumsmagnet. Für radfahrende Kunden ist die Frankfurter Allee zwar angenehmer als manch andere Berliner Einkaufsstraße, es geht aber noch besser.











Kontakt



Das Projekt „Einkaufen mit dem
Rad“ wurde Ende 2008 abgeschlossen. Trotzdem freuen wir uns über Fragen, Anregungen und Kritik. Bitte schreiben Sie an

Martin Schlegel (Verkehrsreferent)

BUND Berlin
Crellestraße 35 • 10827 Berlin

E-Mail: schlegel[at]bund-berlin.de

Radweg an der Frankfurter AlleeDie Frankfurter Allee ist mit 60.000 bis 70.000 Fahrzeugen täglich eine der am stärksten belasteten Einfallstraßen Berlins (Quelle: Digitaler Umweltatlas der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung). Die hier gemessenen Feinstaubwerte sind regelmäßig die höchsten in der ganzen Stadt. Obwohl die Frankfurter Allee nicht gerade zum gemütlichen Einkaufsbummel einlädt, sind die Geschäfte (und vor allem Ring-Center 1 und 2) aber gut besucht.

Radfahrer fahren auf der Frankfurter Allee überwiegend auf einem als Radweg gekennzeichneten Bereich des Bürgersteigs. Dadurch kommt es immer wieder zu Konflikten mit Fußgängern bzw. Fahrgästen an den U-Bahnausgängen.

Radspur am U-Bahnhof Frankfurter Allee Eine löbliche Ausnahme ist der Straßenabschnitt am Ring-Center 1 (westlich der Eisenbahnbrücke). Hier, unmittelbar am U-Bahnhof Frankfurter Tor, gibt es seit Kurzem eine Radspur auf der Fahrbahn. Den dazu nötigen Platz musste der Mittelstreifen abgeben. 



Mehr Platz vor den Geschäften

Möglich wurde dieser Umbau, weil sich die Betreiber des Ring-Centers an den Kosten beteiligten. Ergebnis: Radfahrer und Fußgänger kommen sicherer an ihr Ziel und vor den Eingängen des Ring-Centers ist mehr Platz. Platz, der zum Teil für weitere Fahrradbügel genutzt wurde.

Überdachter Fahrradparkplatz im Ring-Center Zwar kommt nur ein kleinerer Teil der Kunden per Rad (die große Mehrheit der Besucher im Ring-Center nutzt die gute U- und S-Bahnanbindung), doch die im überdachten Eingangsbereich aufgestellten Bügel reichen schon lange nicht mehr aus. Wohlgemerkt: Die hier dokumentierten Bilder stammen aus dem November 2007. Sie zeigen, dass auch außerhalb der Fahrradsaison eine rege Nachfrage nach Abstellplätzen für Fahrräder besteht - vorausgesetzt, es handelt sich wie hier um vernünftige Bügel, die es gestatten, das Rad sicher und standfest abzustellen.



Vier statt sechs Spuren

Hier fehlen noch viele Fahrradparkplätze: S-Bahnhof Frankfurter AlleeUm die Situation für Radfahrer allgemein zu verbessern und die Aufenthaltsqualität auf der Straße zu erhöhen, schlägt der BUND vor, die Frankfurter Allee ab der Ringbahn stadteinwärts auf zwei Spuren pro Richtung zurückzubauen und eine Radspur auf der Fahrbahn einzurichten. Die Vorteile: Lärm- und Abgasemissionen gehen zurück und Fußgänger können von Radfahrern ungestört flanieren. Der freiwerdende Platz an den Straßenrändern könnte einer Begrünung sowie zusätzlichen Fahrradbügeln zugute kommen - wie nötig weitere Abstellmöglichkeiten sind, zeigen die vielen „wild“ abgestellten Räder am S-Bahnhof Frankfurter Allee.



Nebenstraßen nutzen

Nicht nur im Sommer fehlen hier die StellplätzeViele, die mit dem Rad zur Arbeit oder zum Einkaufen fahren, würden die Frankfurter Allee gern umfahren. Dazu bietet sich eigentlich die Rigaer Straße an - wäre da nicht das Kopfsteinpflaster. Im Zuge der Straßenerneuerungen sollte sie ebenso wie die Gärtnerstraße, die eine gute Nord-Süd-Verbindung im Nebenroutennetz schafft, asphaltiert werden.



Fahrradstellplätze verdoppeln

Um den aktuellen Bedarf zu decken und für zukünftige Herausforderungen gerüstet zu sein, empfiehlt es sich, die Zahl der Fahrradparkplätze an der Frankfurter Allee nahezu zu verdoppeln. Der Kartenausschnitt unten zeigt, wo bei heutigem Straßenquerschnitt Bügel sinnvollerweise aufgestellt werden sollten. Besonderer Handlungsbedarf besteht am Eingang des S-Bahnhofs bzw. auf der Rückseite des Ring-Centers 1, da hier nicht nur Einkäufer, sondern auch S-Bahnfahrgäste ihre Räder abstellen. Da der Platz dort sehr knapp ist, muss hier eine maßgeschneiderte Lösung her.



Übersicht Stellplätze an der Frankfurter Allee

Download Übersicht Fahrradstellplätze an der Frankfurter Allee (PDF, 602 KB)

Zurück zu „Einkaufen mit dem Rad in Berlin“