Die Bergmannstraße weist ein hohes
Fahrradaufkommen auf. Eine BUND-Zählung im Mai 2007 ergab,
dass pro Stunde etwa 400
Radfahrer den Abschnitt zwischen Mehringdamm und
Friesenstraße passieren. Im Vergleich dazu liegt der
Autoanteil
im Verkehrsaufkommen bei ca. 320 Fahrzeugen pro Stunde. Das
Fahrrad ist somit das wichtigste Verkehrsmittel in der
Bergmannstraße. Zum einem nutzen viele Bewohner der
näheren
Umgebung das Rad, um von ihrer Wohnung zur Bergmannstraße zu
gelangen. Zum anderen ist die Bergmannstraße Teil der
Tangentialroute 4 des Berliner Fahrradroutennetzes, die vor allem
Schöneberg, Kreuzberg und Neukölln
miteinander
verbindet. Zusätzlich ist der Anteil von Autobesitzern im Kiez
sehr gering. Nach einer Untersuchung des Bezirksamtes
verfügen nur 22 von 100 Anwohnern des Quartiers
über einen PKW. Zum Vergleich: Bundesweit liegt der Anteil bei 55 PKW
je
100 Einwohner.
Die meisten Kunden kommen zu Fuß oder
mit dem Rad in
die Bergmannstraße.
Auf den Bürgersteigen herrscht fast immer Gedränge.
Neben den
Fußgängern, den Auslagen der Läden und den
Stühlen
und Tischen der Cafés beanspruchen vor allem
„wild“
abgestellte Fahrräder viel Platz auf dem
relativ schmalen
Fußweg. Die 112 regulären
Fahrradabstellplätze reichen
offensichtlich nicht aus. Zählungen von abgestellten
Fahrrädern ergaben für die Bergmannstraße
einen Bedarf
von 270 Stellplätzen. Die Radfahrer nutzen daher
notgedrungen
Ampel- und Laternenmasten, Straßenschilder,
Baugerüste
und Zäune als zusätzliche
Abstellmöglichkeiten.
Der Durchgangsverkehr nervt
Vor allem der Auto- und Motorradverkehr ist
Quelle störender
Emissionen. Lärm und Abgase verringern die Aufenthaltsqualität der
Bergmannstraße und stören
die Besucher der zahllosen Straßencafés und Restaurants. Auch
die Anwohner haben unter den
Immissionen zu leiden. Der Grund für das hohe
Verkehrsaufkommen
ist unter anderem die Rolle der Bergmannstraße als
Ausweichstrecke für die stark genutzte
Straßenkreuzung Mehringdamm-Gneisenaustraße. Die
Verbindung Columbiadamm-Gneisenaustraße
über die Friesen- und Zossener Straße führt
zusätzlich zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen im
Bergmannkiez. In Zukunft wird hier wohl noch mit einem Anstieg zu
rechnen sein, wenn der
Durchbruch der Lindenstraße zum Spittelmarkt kommt.
Zunächst
brauchen wir zusätzliche Fahrradabstellanlagen. Um den
hochfrequentierten Gehweg zu entlasten, sollen die
Abstellanlagen auf dem Straßenland platziert werden.
Hiefür sieht der BUND die Umwandlung von
PKW-Stellplätzen in
Fahrradstellplätze vor. Vor allem die Bereiche an den
Straßenkreuzungen eignen sich sehr gut für
Fahrradabstellanlagen, da sich die Sichtverhältnisse zwischen
Kraftfahrern und Fußgängern verbessern und somit
der Verkehr sicherer wird.
Darüber hinaus würden die Abstellplätze
Straßenland beanspruchen, das laut
Straßenverkehrsordnung
von PKW nicht besetzt werden dürfte. Durch den Wegfall von nur
32
PKW-Plätzen könnten 256 dringend benötigte
Fahrradabstellplätze entstehen.
Seit
Herbst 2008 ist der östliche Teil der Bergmannstraße, also der
Abschnitt zwischen Südstern und Marheinekeplatz, eine Fahrradstraße.
Dies bedeutet, dass Radfahrer hier grundsätzlich Vorrang
haben:
Nur noch die Anlieger dürfen
mit dem Auto, und zwar nur mit mäßiger
Geschwindigkeit (ca.
25-30 km/h), fahren. Des Weiteren dürfen Radfahrer auf
Fahrradstraßen ausdrücklich auch nebeneinander
fahren. Der BUND begrüßt die Ausweisung dieser Fahrradstraße, sagt aber
auch: Das reicht noch nicht. Gerade der westliche Teil der
Bergmannstraße, wo die meisten Cafés und Geschäfte liegen, wird sehr
stark von Radfahrern frequentiert. Wir fordern daher eine durchgehende
Fahrradstraße ab dem Mehringdamm.
Die hohe Einzelhandelskonzentration führt in der Bergmannstraße zu einem starken Anlieferverkehr, der durch das Parken in zweiter Spur den Fahrradverkehr behindert und Fußgänger beim Überqueren der Fahrbahn gefährdet. Um diesen Missstand zu beheben, fordert der BUND die Einführung von sogenannten „Ladezonen“. Diese Zonen sind ausschließlich dem Anlieferverkehr zum Ein- und Ausladen der Waren vorbehalten.
Um die Bergmannstraße vom
Durchgangsverkehr zu befreien bzw. den
Autoverkehr im Kiez zu verringern, fordert der BUND, die
Zossener
Straße in Höhe der Markthalle am Marheinekeplatz
für
den Individualverkehr zu sperren. Ausgenommen wären BVG-Busse,
die
Polizei und Rettungswagen. Diese Maßnahme würde den
Durchgangsverkehr im Bergmannkiez drastisch reduzieren und die Wohn-
und Aufenthaltsqualität steigern. In Höhe
Solmsstraße
sollte zudem ein Zebrastreifen (eventuell mit Mittelinsel) angelegt
werden. Zwischen Mehringdamm und Zossener Straße sollte
„Rechts vor Links“ gelten.

Download Flyer „Einkaufen mit dem Rad in der Bergmannstraße“ (pdf, 3,3 MB)
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